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Janusz Głowacki

Der 1938 in Posen geborene Autor, der in Warschau Polonistik studiert hatte, war im Dezember 1981 zur Erstaufführung seiner „Aschenkinder“ (Uraufführung 1979 in Stettin) am Royal Court Theatre in London, als in Polen das Kriegsrecht verhängt wurde. Er entschloss sich, nicht zurückzukehren und emigrierte 1982 nach New York.

In Polen war er ein bekannter Schriftsteller gewesen, der in Erzählungen, Essays und Artikeln die gesellschaftlichen Verhältnisse in den 60er und 70er Jahren scharfsinnig und geistreich beschrieb und mit Stücken (seit 1972) und Drehbüchern (u.a. für Andrzej Wajdas „Fliegenjagd“ 1969) seinen Ruf als ein Autor festigte, der scharfe Beobachtungsgabe mit Humor und einem Zug zum Grotesken zu verbinden versteht. Von der Zensur blieb er nicht verschont; sein Roman „Gib uns diesen Tag“, der seine Erlebnisse beim Streik der Danziger Werftarbeiter und der Gründung von Solidarność verarbeitet, konnte 1981 nur im Untergrund erscheinen.

Im „Westen“ musste er seine Karriere als Schriftsteller von Null beginnen, konnte jedoch in den USA literarisch Fuß fassen; seine hier entstandenen Dramen fanden national und international Verbreitung und wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Nach der Tragikomödie „Fortinbras betrinkt sich“ machte ihn vor allem „Kakerlaken-Jagd“ bekannt; das Stück erlebte (nach der Uraufführung 1987 in New York) allein in den USA über 40 Produktionen. „Antigone in New York“ (1993 in Washington uraufgeführt) übertraf sogar den internationalen Erfolg des vorhergehenden Textes. Auch Głowackis 2004 auf Deutsch erschienener Roman „Die Unterhose, die Lotterie und das Schwein“ (englischer Titel „The Last Super“ bezieht sich auf amerikanische Verhältnisse.

Janusz Głowacki zeigte bei der BONNER BIENNALE 2000 sein jüngstes Drama, „Die vierte Schwester“ in einer Inszenierung des Teatr Powszechny, Warschau. Die Uraufführung 1999 in Wrocław war die erste eines Głowacki-Stückes seit zwei Jahrzehnten.

Patrons 2010

The patrons of this festival are renowned and experienced playwrights from 39 European countries. They all search for the most interesting plays, writers and productions in their respective countries and recommend the most promising candidates to the artistic board of the festival. In addition to presenting the theatre-companies and the authors of each production, the festival also invites the patrons to give an unparalleled insight and overview over the theatrical life and dramatic writing in their countries.

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